
Gluehlampenverbot
by
silia
—
last modified
2009-09-27 06:46
Aktuelle informationen
Was verbietet die neue Glühlampen-Verordnung genau?
Verboten wird nicht der Gebrauch von Glühbirnen zu Hause, sondern die Herstellung bzw. der Verkauf: Ab 1. September 2009 dürfen matte Glühbirnen sowie klare Glühbirnen mit mehr als 75 Watt nicht mehr vertrieben werden. Für den Handel besteht laut Deutscher Umwelthilfe faktisch eine Ausnahmereglung: Er kann bestehende Lagervorräte noch verkaufen.
Das Verbot betrifft derzeit insbesondere die üblichen 100-Watt-Birnen. 2010 verschwinden dann die 75-Watt-Birnen aus den Geschäften, 2011 die 60-Watt-Birnen. Ab 1. September 2012 sind nur noch Glühbirnen mit weniger als 10 Watt erlaubt.
Gemäß dem Bundesministerium für Umweltschutz gilt das Verbot auch für „Soft Tone"- oder „Soft White"-Lampen, also Glühlampen mit leicht farbigem Licht.
Soll man Glühbirnen auf Vorrat kaufen?
Verboten ist bisher nur der Verkauf von Glühbirnen mit mehr als 75 Watt. Ob man Glühbirnen mit 75 und weniger Watt auf Vorrat kaufen soll, hängt von den persönlichen Einstellungen und Erwartungen ab. Auch nach dem Verbot in der EU und der Schweiz sind Glühbirnen noch in anderen Ländern erhältlich.Kann man die Glühbirne gleichwertig ersetzen?
Ja. Das Licht von energiesparenden Halogenlampen ist so schön wie das einer Glühbirne. Aktuelle Markenprodukte sind dimmbar und passen in die üblichen Glühbirnen-Fassungen. Außerdem gelten Halogenlampen als sinnvollere Alternative zu Energiesparlampen, wenn es ums Lesen, Arbeiten oder Licht am Esstisch geht. Moderne Energiesparlampen können wegen ihres weichen, diffusen Lichts die mattierten Glühlampen gleichwertig ersetzen. Für mehr und mehr Anwendungsbereiche sind auch LED-Lampen gut geeignet.Ist das Licht von Energiesparlampen immer noch kühl und ungemütlich?
Nein, es gibt inzwischen Sparlampen mit warmweißem, glühbirnenähnlichem Licht, das im Wohnraum eine angenehme Lichtatmosphäre schafft. Wenn in der Wohnungseinrichtung und der Dekoration die roten und erdigen Farbtöne dominieren, sollte laut Philips auf Energiesparlampen verzichtet werden: Halogenlampen geben diese Farbtöne besser wieder. Für die allgemeine Beleuchtung in Arbeitsräumen eignen sich Sparlampen mit neutralweißem oder Tageslicht-Weiß.Passen Sparlampen in die gewohnten Glühlampen-Fassungen?
Ja. Verfügbar sind die Sparlampen u.a. in Birnenform, als Kerzen- und Tropfenlampe, als Stabform, gewendelt und als Reflektorlampe. Sie passen auch in Leuchten mit flachen Schirmen.Sind Sparlampen dimmbar?
Es gibt spezielle Sparlampen, die sich in Stufen oder stufenlos dimmen lassen, darunter auch welche mit hervorragenden Langzeiteigenschaften (Stiftung Warentest, test 3/2008).Verschleißen Sparlampen durch häufiges Ein- und Ausschalten?
Ja. In Fluren und Treppenhäusern sollten Standard-Sparlampen nicht verwendet werden. Für solche Anwendungsbereiche wurden inzwischen spezielle Lampen entwickelt.Ist der Einsatz in Räumen sinnvoll, wo das Licht immer wieder nur kurz brennt?
Das hängt vom Modell ab. Laut dem Bundesministerium für Umweltschutz sind drei Eigenschaften besonders wichtig: Kurze Startzeit, schnelles Erreichen der Endhelligkeit und hohe Schaltfestigkeit. Welche Modelle diese Kriterien erfüllen, ist z.B. bei Stiftung Warentest zu erfahren.Wie viel Geld kann man sparen?
Energiesparlampen sind in der Anschaffung teurer als Glühbirnen, senken aber die Stromkosten. Bei 10.000 Betriebsstunden kann man laut Stiftung Warentest mit hochwertigen Modellen rund 10 Euro pro Jahr und mehr sparen. Bei einer kurzen Gesamtbetriebszeit in Räumen wie Speisekammer oder Abstellraum rechnet sich die Sparlampe nicht.Wie lange halten Energiesparlampen?
Ca. 3000 bis 15.000 und mehr Stunden, also deutlich länger als Glühlampen, die durchschnittlich 1.000 Stunden brennen. Häufiges Schalten kann die Lebensdauer verringern, inzwischen gibt es aber schon langlebige Lampen, die beliebig oft ein- und ausgeschaltet werden können. Generell nimmt die Lichtausbeuteim Laufe der Zeit ab, wobei es beachtliche Unterschiede geben kann. Genauere Informationen gibt es bei Stiftung Warentest oder Öko-Test.Wie sind die Sparlampen gesundheitlich zu beurteilen?
Energiesparlampen enthalten Quecksilber, maximal 5 Milligramm pro Birne. Hochwertige Modelle unterschreiten diesen Wert deutlich. Bei normalem Gebrauch wird das giftige Schwermetall nicht freigesetzt. Zerbricht eine Energiesparlampe, sollte man Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.Von der Belastung durch elektrische Wechselfelder bis hin zu den Auswirkungen der Lichtqualität werden die gesundheitlichen Risiken von Energiesparlampen kontrovers diskutiert. Forscher der Charité haben kürzlich nachgewiesen, dass der höhere Blaulichtanteil der Sparlampen die innere Uhr irritiert und sich negativ auf den Schlaf auswirkt (Tagesspiegel, 28.08.2009). Vieles auf diesem Gebiet ist schlichtweg nicht erforscht.
Wie sieht die Gesamtenergiebilanz aus?
Laut Öko-Institut (Freiburg) „können Energiesparlampen herkömmliche Glühlampen sinnvoll ersetzen. Die Umweltvorteile von Energiesparlampen entstehen durch ihren geringen Stromverbrauch und ihre lange Lebensdauer.Gegenüber konventionellen Glühbirnen verbrauchen Energiesparlampen der A-Klasse dadurch bis zu 80 Prozent weniger Strom und leuchten zwischen fünf und fünfzehn Mal länger. Voraussetzung allerdings ist: Die Wahl fällt auf hochwertige Produkte. Denn neben solchen Modellen, die eine lange Lebensdauer haben und nur geringe Mengen Quecksilber enthalten, sind auch weniger empfehlenswerte Billigprodukte auf dem Markt.“
Mittel -und langfristig müssten „unbedingt ambitionierte ökologische und qualitative Mindeststandards festgelegt werden“. Wünschenswert seien zudem einheitliche, an Lampen angepasste Standards zur Messung elektromagnetischer Felder.


